Sonntag, 25. November 2012

Erinnerung zu Christkönig


Heute ist Christkönigsfest, da muss ich immer an eine Begebenheit aus den Achtzigern denken. Mit meiner Münchner Schulklasse machten wir eine Berlinreise, meine erste. Damals natürlich noch zu DDR-Zeiten. Und da gehörte auch ein halber Tag in Ostberlin dazu. Das war schräg und irgendwie unheimlich. Man fuhr vom Westen mit der U-Bahn hinüber, musste Geld wechseln, das man ausgeben musste, ich habe damals Klassik-Platten gekauft. Und dann streunerte man im Wilden Osten herum, bis man zum vereinbarten Sammelpunkt zurückkehrte, all die strengen Warnungen im Hinterkopf, was man um Himmels Willen nicht tun sollte.

Ehrlich gesagt, es war sehr deprimierend. Am Ende hatte ich noch ein wenig Zeit und verzehrte eine Wurst auf einem Platz, dessen sämtliche Gebäude, so schien es, mit roten Motivationsbannern verziert waren: "Hoch die sozialistische Völkerfreundschaft" "Freiheit durch Sozialismus" etc. pp. Ansonsten war der Platz fast hübsch, mit Bäumen, aber diese unter die Nase geriebene Diktatur, das übertönte alles und war sehr bedrückend. Zudem man damals in Deutschland, im Schatten der Mauer, keine Hoffnung hatte, dass dieser düstere Spuk jemals vorbei gehen könnte.

Und dann hob ich den Blick über die Plakate und sah, dass eines der Gebäude doch glatt eine Kirche war. Und da stand eine Christusfigur mit segnender Rechten, und darunter prangten auf lateinisch die Worte: Christus Vincit. Christus Regnat. Christus Imperat.

Da ging es mir gleich besser. Ich wußte im Herzen, solche Dinge vergehen ganz rasch.

Knapp dreißig Jahre ist das her. Die Banner sind verschwunden.

Christus und die Inschrift sind noch da.

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